24hLauf für Kinderrechte 2003
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Aufbau eines Freizeitangebotes für Jugendliche und junge Erwachsene in der Landesaufnahmestelle (LASt) in Karlsruhe - ein Projekt in Zusammenarbeit zweier Initiativen des Menschenrechtszentrums (Freundeskreis Asyl und Mennonitisches Hilfswerk)

Fotos vom Projekt :-)

Projektidee

In der Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge war zu beobachten, dass es kaum Freizeitmöglichkeiten für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen gab. Auch bei den offenen Angeboten des Menschenrechtszentrums, wie Teestube und Deutschkurse fehlte es an Angeboten, die konkret die Jüngeren der LASt im Bereich Sport-/Freizeitgestaltung ansprachen.

Zielgruppe

Aufgrund der dargestellten Situation entstand die Idee, ein Freizeitangebot für Jugendlichen und junge Erwachsene der LASt aufzubauen. Es sollte gleichermaßen Mädchen sowie Jungen im Alter zwischen 14 und 26 Jahren ansprechen.

Projektziele

Die Ziele des Projekts sind, Abwechslung in den tristen Lageralltag der Jugendlichen zu bringen und ihnen die Strukturen der hiesigen Gesellschaft zu vermitteln um sie so bei der Orientierung und Integration in Karlsruhe und in Deutschland allgemein zu unterstützen. Außerdem soll möglichen Problemen wie Kriminalität, Drogen und Gewalt mit denen Jugendliche in schwierigen Lagen möglicherweise konfrontiert werden, vorgebeugt werden.

Erfahrungen

Folgende Aktivitäten konnten bisher stattfinden:

Wie bei dieser Darstellung deutlich wird, war die Teilnahme an den Aktivitäten sehr unterschiedlich. Durch die nicht sehr lange Aufenthaltsdauer der Flüchtlinge in der LASt, erwies sich die regelmäßige Bekanntmachung der Aktivitäten als problematisch.
Wie außerdem ersichtlich, gab es bei den meisten Aktivitäten fast ausschließlich männliche Teilnehmer. Dies lag einerseits an der überdurchschnittlichen Zahl an jungen Männern in der LASt (ca. 80%), anderseits wahrscheinlich an kulturellen Gründen. Einige Frauen/Mädchen sind gleich weitergelaufen, als wir versuchten sie anzusprechen. Andere haben zwar gemeint sie würden sich freuen und an den Aktivitäten teilnehmen, kamen aber dann doch nicht zu dem vereinbarten Treffpunkt.
Es erwies sich außerdem als schwierig, eine Altersbegrenzung festzulegen. Anders als geplant, nahmen bei den Aktivitäten nicht ausschließlich Jugendliche teil. Das Alter der Teilnehmer/-innen lag etwa zwischen 12 und 40 Jahren. Durchschnittlich waren es jedoch 17- bis 24-Jährige.
Trotz diesen Schwierigkeiten bei der Planung haben alle Aktionen Abwechslung in den tristen Lageralltag der Jugendlichen gebracht. Es hat sich gezeigt, dass vor allem durch Sport Kontakte geknüpft werden können. Die Sportaktivitäten innerhalb der LASt erwiesen sich einerseits als vorteilhaft, da sehr viele Flüchtlinge davon mitbekamen und teilnehmen konnten, anderseits sind jedoch die Aktivitäten außerhalb des Lagers für die Orientierung in Karlsruhe und die Integration in unsere Gesellschaft sinnvoller.

Badische Neueste Nachrichten, 30. März 2004, Seite 15:

Freizeitangebote für Flüchtlinge

Von unserem Mitarbeiter Reyad Dorghoty
     Wie im Gefängnis sei es, wenn man die Landesaufnahmestelle betrete, findet Birte Schmitt vom Freundeskreis Asyl. Für die Flüchtlinge, die in dem Gebäude in der Durlacher Allee ihre ersten Eindrücke von Deutschland beziehungsweise Karlsruhe gewinnen, keine schöne Erfahrung. Um dem entgegenzu- wirken, beschlossen Schmitt und ihre Kollegen vom Mennonitischen Hilfswerk, ein Freizeitprogramm für die Flüchtlinge zu entwickeln. Bis zu acht Personen müssten, zumindest für kurze Zeit, in der Landesaufnahmestelle an der Durlacher Allee in einem Raum zusammenleben und hätten lediglich einen Fernsehraum zur Unterhaltung, wie Schmitt sagte.
     "Wir dachten, dass es sinnvoll wäre, den Menschen Abwechslung vom Alltag zu bieten und ihnen zu zeigen, dass man auch mit wenig Geld viel unternehmen kann", berichtete sie. Den Initiativen sei durchaus bewusst, dass die meisten der Flüchtlinge nicht lange in Karlsruhe bleiben, sondern innerhalb von Wochen, manchmal sogar Tagen, die Stadt oder das Land verlassen müssen. Dennoch wolle man vor allem den jungen Erwachsenen zwischen 14 und 25 Jahren etwas bieten. "Dann kommen die Jugendlichen auch auf andere Gedanken und stellen nichts Dummes an", erklärte Schmitt. Angefangen habe das Freizeitprogramm vergangenen September mit kostenlosen Unternehmungen wie Spaziergängen im Schlosspark und Bibliotheksbesuchen. Dies sei besser, als nur stupide um die Landesaufnahmestelle herumzulaufen, wie Schmitt meint.
     Da die Erfahrung zeigte, dass Sportaktivitäten bei den Teilnehmern aus unterschiedlichen Kulturkreisen am besten ankommen, mieteten die beiden Institutionen mit Sitz im Menschenrechtszentrum, die Sporthalle im Jubez. Durch den "24-Stunden-Lauf für Kinderrechte" des Kinderbüros kam das Geld für Miete und die Programme zusammen. Ende dieses Monats wird das Freizeitprogramm, welches einmal in der Woche stattfindet, in die Pause gehen.
     Obwohl noch nicht feststehe, ob das Projekt durch den "24-Stunden-Lauf" weiterhin gefördert wird, werde man im Mai die Freizeitangebote wieder anbieten. "Am kostspieligsten ist die Miete für die Sporthalle, aber auch Straßenbahntickets sind für zehn bis 20 Leute ziemlich teuer", sagt Schmitt. Und um das Angebot zu erweitern und auch für Mädchen und Frauen attraktiv zu machen, wollen Schmitt .und ihre Kollegen Museums- und Theaterbesuche mit einfließen lassen. Ebenso hält es Schmitt für wichtig, dass die Flüchtlinge in der Landesaufnahmestelle von dem Programm erfahren und die Gelegenheit zur Beschäftigung wahrnehmen. Schließlich gebe es in der Aufnahmestelle einen ständigen Wechsel der Menschen, die dem Angebot der beiden Beratungsstellen für Flüchtlinge anfangs immer misstrauisch gegenüberstünden, so Birte Schmitt.


24hLauf, sapfo,